Freitag, 15. November 2013

Sein letztes Rennen

Erscheinungsjahr 2013
Länge 114 Minuten
Regie Kilian Riedhof
Drehbuch Kilian Riedhof, Marc Blöbaum
Besetzung:
 

Quelle: http://videos.haz.de/pictures/Sein-letztes-Rennen




Wer ins Kino geht um ein Drama zu sehen wird enttäuscht werden. Und auch diejenigen, die auf Didis "palim palim" warten, werden nicht zufrieden gestellt. Dennoch schafft der Film es eine gute Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor herzustellen.

Ein altes Ehepaar, das sich aufgrund von Krankheit und körperlichen Einschränkungen in ein Altenheim begibt und damit ihr Haus und ihr selbständiges Leben aufgibt.
In diesem Altenheim ist nichts außer Tod, Verlust, überforderten Mitarbeitern oder "überhilfsbereite" Therapeuten.
Damit möchte sich die Hauptperson Paul nicht abgeben.
Paul war 1956 Olympia Gewinner im Marathon. Und nun, nach der Erkenntnis, das alle Freunde bereits tot sind und er sich in einem, wie er meint, Totenheim befindet, nun möchte er noch einmal den Berlin- Marathon laufen. Er muss erst seine Frau von seinem Vorhaben überzeugen [.. olle Kamellen], kämpft gegen die Mitarbeiter, Therapeuten und Ärzte im Heim. Und bringt doch wieder Lebensfreude in das Heim.
Der Film zeigt mit Humor und Ernsthaftigkeit das Leben im Alter. Mit all seinen Facetten. 
So sagt Paul: "Das Alter ist schrecklich. Aber wir sind es nicht." 

Die Themen Demenz, Depression und damit verbundene Suizid- Gedanken, körperliche Einschränkungen, Verlustängste und auch unverarbeitete Konflikte z.B. mit der Tochter werden gezeigt. 
"Die trostlose Verwaltung alter Menschen"
Durchaus manchmal bedrückend, aber niemals trostlos schafft der Film es einen anderen Blickwinkel auf die Ziele und den Alltag im Alter zu werfen. Manchmal traurig aber auch lebensfroh.
Eine Therapeutin, die in mir als Zuschauer fast schon Aggressionen hervorgerufen hat, ob ihrer falschen Empathie und Distanzlosigkeit.  Sätze wie: "Es ist gut jeden Tag ein Ziel zu haben" sind im ersten Augenblick positiv zu bewerten. Wenn man aber genauer schaut, meint sie nur die Ziele, die sie den Bewohnern vorgibt.
Bewohner mit all ihrer Persönlichkeit und die Erkenntnis:

"Wer stehen bleibt hat schon verloren!
Weiter, immer weiter"

Der Film hat mit 114 Min etwas Überlänge, was dem Zuschauer nicht im geringsten auffält, da dieser Film kurzweilig ist. Sämtliche Darsteller ziehen den Zuschauer in ihren Bann.
Großartige Leistung auch von Dieter Hallervorden. Wunderschöne Bilder einer langen und großen Liebe und nicht zu vergessen, die Bilder der 40.000 Teilnehmer des Berlin- Marathons und der 1 Mio Zuschauer!


Das Leben ist ein Marathon und am Ende steht der Sieg!